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Krieg der Browser II

, 18.10.2010,

Als neuer Frischer Fisch im Teich bin ich in einem interessanten Moment zu unserem Kunden Webtrekk gestoßen. Er hat gerade die aktuelle deutsche Webstatistik veröffentlicht. Die Browsernutzung in Deutschland ist jetzt, im 3. Quartal 2010, an einem Wendepunkt angelangt: Internet Explorer und Firefox teilen sich den Markt, fasst die Computerbild das Bild treffend zusammen. Webtrekk hatte den Abwärtstrend des IE nachgewiesen: Es handelt sich um einen anhaltenden Prozess, während der Firefox im gleichen Zeitraum einen konstanten Aufstieg verzeichnete (wenn er in diesem Quartal auch erstmals 2,7 Prozent Nutzeranteile verloren hat).

Die Chip titelte folglich: Internet Explorer: Absturz in Deutschland! Woran liegt es, dass der IE immer weniger genutzt wird? Betrachtet man die Historie des Microsoft-Browsers, fällt auf, dass Microsoft im Internet seit Jahren den Trends hinterherläuft. Außerdem schätzen die User ihre Freiheit im Internet. So kann der Firefox mit Hilfe von 6.000 AddOns mit fast allen IE-Features aufgerüstet werden, ein enormer Vorteil der Open Source Software. Und während Firefox eine starke Community um sich versammelt, hat der IE immer wieder mit Imageproblemen zu kämpfen – Sicherheitslücken, gefühlt endlos viele Updates, Absturz des ganzen Browsers bei Problemen in nur einem Tab, Performanceprobleme. Alles Probleme denen sich auch andere Browser gegenüber sehen, die deren Marke aber nicht im selben Maße negativ beeinflussen. Die Entwicklung der Browsernutzung zeigt meiner Meinung nach, dass sukzessive immer mehr User Souveränität im Umgang mit dem Internet erlangen und sich in der Folge bewusst für einen Browser entscheiden, statt den voreingestellten zu nutzen. Die Zahlen belegen, dass in den letzten Jahren die meisten IE-User zum Firefox gewechselt und dort auch geblieben sind.

Microsoft hat mittlerweile reagiert und der IE 9, der momentan als Betaversion erhältlich ist, soll einen radikalen Bruch mit den bekannten Problemen vollziehen (vgl. Golem, Chip, Focus). Ob mit dem Slogan „Das Internet neu erleben“ die klassischen Wechselhürden überwunden werden können, bleibt abzuwarten, denn die meisten User handeln letztlich nach dem „never change a running system“-Prinzip und werden nicht leicht vom Nutzen eines erneuten Wechsels zu überzeugen sein. Eine baldige Änderung der Entwicklung erscheint zudem dadurch unwahrscheinlich, dass nur wenige User den neuen Browser nutzen können. Er läuft nur auf Windows Vista und 7, während mit 46,61 Prozent Nutzungsanteil Windows XP unangefochten das führende Betriebssystem der Deutschen ist.

Ich bin schon jetzt sehr neugierig, wie der „Krieg der Browser II“ weitergeht. Um die Wartezeit auf die Nutzungszahlen für Quartal 4 etwas zu verkürzen, möchte ich eine kleine Marktforschung ins Leben rufen: Welchen Browser benutzt ihr? Was wünscht ihr euch von einem Browser? Und was könnte euch dazu bewegen, euren jetzigen Standardbrowser zu wechseln? Ich benutze übrigens Firefox. Mein liebstes Tool ist die Tab-Wiederherstellung nach dem Neustart, weil ich manche Tabs gern wochenlang geöffnet lasse, aber trotzdem keine Lust habe, diese als Favoriten extra abzulegen. Wechseln würde ich nur, dann aber sofort, für eine ganz neue Art der Lesezeichenverwaltung. Eine automatische, intelligente, sich selbst verwaltende Lesezeichenleiste. Wer bietet mir das als Erstes?



Über den Autor

Marietta surfte lange auf den Wellen der Kommunikation als Beraterin bei BBDO und Plantage. Dann tauchte sie in die Public Relations ein und wurde bei SugarCRM für die turbulenten Drifts im World Wide Web begeistert. Nach Absolvierung ihres Freischwimmers an der Humboldt Universität jagt sie nun bei den Berliner Fischen nach frischen Storys.


8 Kommentare


  • Firefox ist seit Jahren ein treuer, leider etwas fett gewordener Freund und Begleiter. Ich bin neugierig auf die Version 4. Für mich als Webdesigner sind Tab-Mix-Plus, Firebug, FireFTP und der Webdeveloper geniale Tools geworden und im Alltag unerlässlich. IE habe ich nur mal zum “probieren” installiert gelassen, ist ja schließlich ein Bestandteil von Windows – obwohl es den IE auch als IeTab für den Firefox gibt! Googles Chrome finde ich sehr gut, nur schreckt mich die “bekannte Datenschutz-Problematik” bei der Nutzung ab. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

  • Firefox – eine alte aber ehrliche Liebe :)

  • Ich schließe mich da Bob an, auch mein bevorzugter Browser ist der Google Chrome. Die Vorzüge sind vor allem seine Javascript-Engine, sowie die Unterstützung von HTML5 und CSS3. Weiterhin gibt es auch für den Chrome schon eine Reihe Plugins. Was ich auch richtig Klasse finde ist das ich den Chrome mit meinem Google Konto verknüpfen kann und Lesezeichen somit zu jedem Chrome Browser synchronisiert werden, der mit mit meinem Konto verknüpft ist. So kann ich auf Arbeit ein Lesezeichen Setzen und hab dies auch auch zu Hause zur verfügung.

    Zum Entwickeln von Websites und Webanwendungen bring der Google Chrome auch schon einige Tools mit sich, jedoch bevorzuge ich hierfür noch den Firefox mit dem Plugin Firebug.


  • Bob

    Bei mir ist es Chrome. Das sehr schlanke Interface, der integrierter PDF Viewer und die Erweiterbarkeit haben mich überzeugt. Firefox ist mir mit der Zeit zu träge geworden und mit Opera wurde ich nie warm.

    Auch als Entwickler wird Chrome meiner Meinung nach immer relevanter. Die WebKit Engine ist nicht nur (imho) die beste/aktuellste Renderengine, sondern auch besonders im mobilen Bereich weit verbreitet.

    Außerdem als erster Browser für jeden Tab einen extra Task gemacht. Stürzt ein Tab ab, stürzt nicht der Browser ab. Nützlich, falls sich z.B. der Flash Player abschießt.

  • Also ich bin gerade von Firefox auf Chrome umgestiegen und bin eigentlich sehr begeistert. Besonders gut finde ich, dass man Suchanfragen direkt in die Adresszeile eintippen kann und Chrome eigenständig erkennt, ob es sich um eine URL oder eine Suchanfrage handelt. Erstaunlich ist, was sich Chrome alles “merkt” und welch gute Tipps der Browser einem gibt. Wortanfänge reichen oft aus, um zur gewünschten Webseite zu gelangen.

    Firefox machte bei mir zuletzt immer wieder Probleme, der Umstieg zu Chrome hat mich zufriedener gemacht…


  • Mone

    Nachdem ich mit Safari Probleme hatte (ist immer wieder abgestürzt), bin ich ganz glücklich mit dem Firefox im Web unterwegs. Mich kann derzeit nichts zum Wechseln bewegen, es sei denn, die Lesezeichenverwaltung wird wirklich intelligenter, wie du das schon beschreibst, denn auch ich speichere die Tabs, weil es einfach bequemer ist, die dann wieder aufzurufen.

    Und unsere Magazinseite der Adventurecorner.de programmieren wir auch ausschließlich für Firefox und Internet Explorer, der Safari geht da auch unter.

  • Mir sind die Differenzierungsmerkmale der Browser mittlerweile zu fein, als dass ich wechseln würde. Mit Safari bin ich seit 5-6 Jahren glücklich und vermisse nichts. Killerkriterien sind Speed, Ad-Blocker und Standardkonformität.

    Und was hatte ich eigentlich vor Safari…? Ich glaube Konqueror und parallel Opera. Und davor eben Netscape.