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Zurück in die Zukunft – Gadgets im Retrolook


In der Modewelt ist Vintage wieder IN, die Gaming-Community daddelt sich bei der Online-Version des Brettspielklassiker Siedler die Finger wund und auch Nintendo feiert den 25. Geburtstag ihres beliebten Vorzeigeklempners Mario mit einer Wii-Konsole im knallrotem Retro-Design. Jede Menge Klassiker und Altbewährtes finden anscheinend allzu leicht den Weg in die Moderne. Was dabei rauskommt, ist manchmal cooler Retrostyle, manchmal aber auch einfach nur scheußlich anzusehen. Ist futuristisches Design nun out? Oder werden ganz nach dem Prinzip der Heiratsweisheit „was Altes – was Neues – was Gebrauchtes“ neue Trends geboren? Den hier vorgestellten Gadgets haftet jedenfalls ein deutlicher Hauch von Vergangenheit an.

BONE Horn Stand -das Grammophon für das iPhone

Die Jungs von cyberguys.com bringen mit dem BONE Horn Stand einen stromlosen iPhone-Verstärker auf den Markt, dessen Design deutlich an die 20er Jahre erinnert, dabei technisch aber gut durchdacht zu sein scheint. Der Verstärker, dessen Form auf den ersten Blick an eine charmante Mischung aus Grammophon und Mini-Nebelhorn erinnert, ist aus robustem und flexiblem Silikon gefertigt. Mit ihm wird die Audioausgabe des iPhones um 12db hörbar verstärkt (siehe Produktvideo). Preislich ist der Verstärker im Retrodesign mit 25$ auch durchaus erschwinglich. Klares Manko: die Farbe. Auch wenn sich über Geschmack streiten lässt, das „light brown“ sieht zumindest auf den Produktfotos eher „mausgrau“ aus, die schwarze Version wirkt alles andere als edel und der Silikonlook kommt bei beiden Farben leider besonders gut zur Geltung. Ich könnte mir vorstellen, dass es dem ach-so-designbewussten iPhone-Besitzer äußerst schwer fällt, seinem mobilen Schätzchen solch ein Gummihorn überzuziehen, guter Sound hin- oder her. Also, liebe cyberguys, Retro ja, aber nicht im mausgrauen Silikonlook. Vielleicht wäre eine poppig bunte Version mit Glitzereffekt eine Idee? Damit wird das iPhone dann zur coolen Diskokugel und hat das Zeug zum Retro 70’s Must-Have.

Playbutton – Musik zum Anstecken

Ein interessantes Fusion-Gadget aus den Bereichen Musik und Mode ist der für November dieses Jahres geplante Playbutton. In Zeiten von MP3-Playern ist das öffentliche musikalische Statement wohl kaum noch möglich, dabei ist am enthusiastischen Kopfnicken der Hörer in der U-Bahn und der dementsprechenden Lautstärke, die die ganze Bahn beschallt, der Mitteilungsdrank glasklar erkennbar. Mit dem Playbutton kann man sich sein Lieblingsalbum nun stolz auf die Brust pinnen. Das musikbeladene Accessoire der New Yorker Firma Parte LLC ist quasi das Album zum Anstecken. Der designte Button wird mit einem vollständigen Album geliefert, die Play- und Skip-Tasten befinden sich auf der Rückseite des Buttons und ganz wie bei der guten alten Platte (oder für alle Jahrgänge >1984 – bei der CD) lässt sich die Abfolge der einzelnen Tracks nicht ändern. Der Bilder auf dem Button sollen dann individuell gestaltet werden können. Eine tolle Idee, die Fashion und Funktionalität vereint. Bleibt abzuwarten, inwieweit Alben und Design von Playbutton zur Auswahl vorgegeben werden oder ob dann auch ganz individuell eigene Bilder, Designs etc. als Musikbutton möglich sind. Da würde das Verschenken von Musik mal wieder richtig Spaß machen und die ein- oder andere Firma könnte den Soundtrack ihres Geschäftslebens vermarkten.

Samsung Jot – die Wählscheibe des 21. Jahrhundert

Das Retro-Feeling ist auch in der Mobile Branche angekommen. Zumindest erweckt Raymond Bessemers Mobile-Konzept „Jot“ für den Mobilfunkriesen Samsung diesen Eindruck. Das für 2015 Mobile-Konzept „Jot“ hätte so einiges, was das gute, alte Schnurtelefon auch hatte. Das „Jot“ lässt sich nicht nur lässig wie ein Schlüsselbund um den Finger schwingen, gewählt wird hier via Wählscheibe und retro-revolutionär wirft es sogar das Tastatur-Texten über Bord. Demnach werden die Textnachrichten im Jahre 2015 ganz „old school“ wieder per Hand geschrieben. Dabei fungiert der Stylus als klassischer Stift, mit dem man die Nachrichten auf die Rückseite des Gerätes schreibt. Welche Missverständnisse dann allerdings durch nicht-leserliche Handschriften drohen, bleibt abzuwarten. Aber um die technische Umsetzung per Hand geschriebener SMS müssen sich andere Sorgen machen, das außergewöhnliche Design und der Rumspiel-Faktor sind in jedem Fall top.



Über den Autor

Artikel unserer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Danke für die tolle Zeit mit Euch!


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