Kalter Wind, Mett-Igel, Youporn, BCHH11 – Hamburger Barcamp
Am vergangenen Freitag startete ich eine kurze Rundreise durch heimatliche Nord-Gefilde (ich bin an der Unterweser aufgewachsen) mit einem Besuch des Hamburger Barcamps, wo ich überraschend und kurz vor knapp noch auf die Liste der 400 Teilnehmer gerutscht bin. Gleich vorab: Es hat sich absolut gelohnt, dafür spontan die Reiseroute zu ändern. Viele gute Leute getroffen und – für mich das wichtigste bei einem Barcamp – ne Menge Anregungen, Ideen und Fragen mitgenommen.
Meine Ankunft erfolgte mit leichter Verspätung. Auf der Busfahrt nach Brambek sah ich ein so großartiges Beispiel für gelungene Außenwerbung, dass ich noch mal zurück musste… Begrüßung und Sessionvorstellung erlebte ich daher im Türrahmen eingequetscht. Man kann sagen: Es war ziemlich gut besucht. Auch wenn sich schon auf den ersten Blick ein klassisches, männliches Publikum offenbarte, waren doch erfreulich viele Frauen darunter! Und das meine ich nicht im Hinblick auf potentielle Flirts (vom Barcamp-Herzblatt wusste ich nichts und da war ich auch schon längst weg) sondern bezogen auf meine Post-Dmexco-Forderung nach mehr Frauen im Online-Marketing. Wie auch immer: Die Teilnehmer in Hamburg schienen (und waren) sehr sympathisch und sehr gut gelaunt! Und dabei hatte Hamburg mal wieder allerfeinstes Schmuddelwetter (Gegenwind von allen Seiten, Temperaturen knapp über Null) im Angebot. Was doch eine gute Verkostung (Kaffe, Brötchen, Mett-Igel) ausmachen kann :-)
1. Session Venture Capital
Als erstes besuchte ich die Sesssion von Christian Leybold zum Thema Venture Capital. Ich hatte ihn bisher noch nie getroffen und fand seinen ehrlichen und unaufgeregten Workshop ohne Präsentation und Schnickschnack sehr angenehm, auch wenn sich nicht wirklich viel Neues für mich ergab. In meinen Worten zusammengefasst:
- Think Big: Wer Risikokapital will, dessen Idee muss nicht nur Profit versprechen sondern vor allem Fantasien wecken. Fans des SC Freiburg sollten über Crowdfunding nachdenken, Fans vom VFL Bochum zuerst mit der lokalen Sparkasse reden. VC-Geber wollen Bayern-Fans
- Auch bei VC-Gebern laufen Mails an die Info-Adresse ins Leere. Man sollte besser Netzwerktreffen (wie Barcamps) nutzen, um mit anderen Gründern ins Gespräch zu kommen, um so direkte Kontakte zu generieren
- Es ist typisch deutsch und ziemlich sinnlos, seine Idee um jeden Preis geheim zu halten. Man verschenkt nur wertvolle Kontakte und Zeit, wenn man nicht die Karten auf den Tisch legt
- Auf meine Frage, ob VC-Geber es gerne sehen, wenn ein Start-Up bereits Beziehungen zu einer PR-Agentur pflege, antwortete er ziemlich trocken, das hinge von der Agentur ab
- (Hallo an dieser Stelle übrigens an die beiden Start-Upper, die mich im Anschluss angesprochen haben)
2. Session: Youporn regiert die Welt (und keiner merkt´s)
Reißerische Titel ziehen auch bei Barcamps. Keine wusste so genau, worauf Daniela mit ihrer Session hinaus will und so ganz richtig wusste sie das offenbar auch nicht. Gut besucht war es trotzdem.
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