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Lieber mal die Brille aufsetzen

, 25.03.2009,

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Wie bereits einige Kollegen wissen, sitze ich auch abseits der Arbeitszeit am heimischen PC und stromere in diversen Online-Welten umher, auch in der Welt der Kriegskunst (World of Warcraft) habe ich quasi mein Zelt aufgeschlagen und ziehe als Druidin mit Freunden, aber auch mir unbekannten Mitspielern gegen die bösen Mächte in den Kampf.

Deswegen hat die aktuelle Debatte um Killerspiele auch meine volle Aufmerksamkeit, denn gerade Ego-Shooter und Online-Spiele stehen stark unter Beschuss, sie würden seelische Schäden und Süchte hervorrufen. Gern pauschalisieren Medien und zeigen uns Einzelbeispiele dauerspielender Jugendlicher, die die Schule außer Acht und ihre realen Freunde links liegen lassen und jedes Mal, wenn sich Jugendliche abseits der Legalität bewegen, wird die Ursache nur allzu rasch in den PC-Spielen gesucht.

Einfach ist das schon. Ego-Shooter befassen sich mit dem Töten anderer Charaktere, aber eben nicht nur. Es geht um Taktik, das Ausleben von Gefühlen, die Flucht aus der Realität oder einfach nur um den Spaß am Spiel. World of Warcraft bedeutet für mich einfach Abschalten und sich in eine Fantasiereise zu begeben, in der das Gute das Böse besiegen kann; in der es immer eine Lösung gibt. Es bedeutet Team- und Fairplay, Spaß und intelligenter Einsatz meiner Fähigkeiten.

Studien mit dem Thema des Einflusses der Gewaltdarstellung in den Medien auf Kinder und Jugendliche befassen, gibt es viele. Das stellte ich schon während meines Studiums fest, als ich zu diesem Thema eine meiner Hauptprüfungen ablegte. Der Grundtenor ist aber, dass es keinen gibt. Keine Studie kann hinreichend beweisen, dass nur der Faktor Gewalt im Fernsehen oder Gewalt im Computerspiel einzig die Auslöser für illegale Taten sind. Einig ist man sich nur darüber, dass ein Zusammenspiel vieler Faktoren wie soziales Umfeld, Erziehung, Schule, Medienkonsum usw. einen Einfluss auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen haben.

Kurzsichtigkeit und Vorurteile sind in dieser Debatte nicht angebracht und führen auch zu keinen Ergebnissen, außer das eine Branche als der Buhmann an den Pranger gestellt wird.


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Über den Autor

Simone sprang nach ihrem Studium der Soziologie ins kalte Nass und absolvierte bei den Fischen ein Volontariat. Weil Wasser ihr Element ist, blieb sie uns bis heute treu und setzt ihren Fokus dabei auf PR aus den Bereichen Tech und Gaming. Zusätzlich dazu wurde Social Media ihr zweites Steckenpferd.


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