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Wunschzettel Popkomm 2012


Ich habe lange überlegt, was und wie ich über die diesjährige Popkomm bloggen soll. Die Themen der unterschiedlichen Panels klangen auf dem Papier alle total spannend und auch die Panelteilnehmer ließen auf interessante Diskussion über die Zukunft der Musikbranche hoffen. Dem war leider oft nicht wirklich so. In vielen der Panels durfte ich eher Unternehmenspräsentationen statt interessanter Diskussionen lauschen. “Wir können mit Start-up XY das und dieses machen, unser Portal ist aber die Schnittstelle für dieses und jenes ….”

Natürlich war es mitunter sehr interessant, wer sich da präsentiert hat und was sich gerade so tut auf dem Markt. Doch was hat gefehlt? Warum waren vor allen Dingen teilweise so wenig Leute im Publikum?

Die Popkomm: Besucherzahl im Sinkflug

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier meine Wunschliste für die Popkomm 2012:

1) Mehr internationale Sprecher: Für eine internationale Musikmesse müssen mehr internationale Sprecher her. Deutsche Plattformen/Dienste, insbesondere der Berliner Start-up-Szene, reichen logischerweise nicht aus, um die Zukunft eines internationalen Marktes zu diskutieren.

2) Sprache: Panels und Keynotes sollten zwar vorrangig in englischer Sprache stattfinden, deutschsprachige Panels kann es insbesondere zu deutschen Themen aber durchaus auch geben (muss natürlich im Programm ausgewiesen werden). My Advice: Alle Sprecher und Panelteilnehmer, die sich bei dem Gedanken, auf einer Bühne in englischer Sprache öffentlich zu diskutieren, unwohl in der Magengegend fühlen, sollten dies 2012 bitte tunlichst sein lassen.

3) Wo waren die Musiker? Was wäre die Musikindustrie ohne Musiker? Schlicht und einfach nicht existent. Warum waren also so wenig Musiker auf dem Podium und auch im Publikum? Gerade die Meinung des Künstlers, der ja anscheinend vom Songschreiben über das Online-Marketing bis hin zur Videoproduktion und Vermarktung auf YouTube alles allein machen kann (oder soll ??? – ist das wirklich so?),  gerade der ist doch in so einer Diskussion mehr als wichtig. Da können noch so viele tolle Promotiontools, Online-Broadcasting-Plattformen, Facebook-Merchandising-Shops usw. auf dem Markt kommen – werden die denn auch genutzt oder noch viel wichtiger – wollen sie überhaupt genutzt werden?

4) Branchenmix: Neben mehr Musikern und Künstlern im Allgemeinen (was sagen eigentlich Regisseure für Musikclips zum YouTube-Broadcasting?) hätte ich mir innerhalb der Panels auch wesentlich mehr Musikjournalisten, Plattenlabelchefs, Verantwortliche von dementsprechenden TV-Formaten und vielleicht auch Wirtschaftsexperten gewünscht. So ein Branchenmix heizt die Diskussion an bzw. ist die Grundlage für eine branchenübergreifende, zukunftsorientierte Diskussion.

5) Sexy Pärchen – Berlin Music Week & Popkomm: Tim Renner sagte gerade im Interview mit der BZ, er wünsche sich, dass es der Tante Popkomm gelingt, dauerhaft zum sexy Partner für die Berlin Music Week zu werden. Dafür muss die Berlin Music Week aber auch noch wesentlich an Sex-Appeal zulegen. Kaum jemand wusste, wo er am Abend hingehen sollte, da viele Locations und gleichzeitig viel zu wenig Orientierungshilfe. Wäre ein gemeinsames Headquarter von Berlin Music Week & Popkomm nicht wünschenswert? Wenn man dann noch Workshops für Künstler (wie z. B. die a2n-Werkstatt) am selben Ort veranstalten würde wie die Popkomm, was für eine verrückte Mischung von Business und Künstler würde da wohl zusammenkommen?

Also liebe Popkomm, liebe Berlin Music Week: Come together and mix up the crowd – this time for real!

 

 

 



Über den Autor

Artikel unserer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Danke für die tolle Zeit mit Euch!


2 Kommentare



  • Yeah Jo

    Zu Punkt 4: Vor allem fehlte Struktur und Planung! Wenn schon alles im Rahmen der Berlin Music Week stattfindet, warum nicht einen gesammelten Führer (nein, nicht der!) rausgeben? Generell waren alle Publikationen in Bezug auf das gesamte Programm wunderbar undurchdacht, wie auch die gesamte Organisation. Und ich dachte noch: Schlechter organisiert als im letzten Jahr kann es ja nicht werden…

  • Das ist ein schöner Wunschzettel & da ihr ja auch das letzte Jahr immer schön artig gewesen seid, müssten doch einige der Wünsche in Erfüllung gehen. :-)

    zu punkt 3. : vielleicht trauen die sich nicht auf eine messe die POPkomm heißt ;-) schlecht fürs image .. oder so ..

    Wir haben auch noch einen Wunsch: Die Popkomm sollte Novaslap & den lautesten Einkaufswagen der Welt engagieren. Dann können wir gemütlich über die berliner Messe schlendern und die Leute wachtrommeln, die in den Panelsitzungen eingeschlafen sind :)

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