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7:6 im ersten Satz: Viele Blogger machen ihre Arbeit schon im ersten Absatz kaputt


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Extrem viele Blogger machen ihre gute Arbeit mit dem ersten Satz kaputt. Vor allem in Unternehmensblogs. Wenn der erste Satz nicht kickt, entsteht keine Neugier und ich klicke weiter. Es gibt – da sind wir uns doch alle einig? – mehr als genug zu lesen im Netz.

Persönlich: Unbedingt! Polemisch: ja! Poetisch: Naja! Palaver: No Way!

Auslöser für diesen Artikel: Ich las gerade im  Blog einer Versicherung einen Artikel über E-Bikes mit folgendem Einstieg:

Wenn die ersten Strahlen der Frühlingssonne vor dem Fenster auftauchen, packt viele die Motivation, doch öfter aufs Rad zu steigen. Das tut nicht nur der Gesundheit gut, sondern sorgt bei gutem Wetter auch für vortreffliche Laune. Wem allerdings schon nach kurzer Zeit die Puste ausgeht, muss sich nicht schlecht fühlen: E-Bikes sind einer der Trends, wenn es ums Thema „Mobilität“ geht.”

Ein typischer Einstieg für einen Text aus der Feder deutscher Mittelstands-PR. Adjektive bis zum Mond. Und zurück. Warum glaubt der Autor,  dass ich mir die Frühlingssonne auf mein inneres Auge projizieren muss, um mich über Versicherungen rund um E-Bikes zu informieren? Ich habe nach “Versicherung + E-Bike” gegoogelt und nicht nach “Kurzgeschichte + Rosamunde Pilcher”. Ich sitze an einem Schreibtisch und nicht auf der Hollywoodschaukel. Ein Blogpost ist wie ein kurzer Vortrag. Darum sind gute Redner auch fast immer auch gute Blogger (Tipp am Rande: Du suchst nach geeigneten Bloggern im Unternehmen? Hör Dich um, wer die besten Reden bei Feiern hält und wer die besten Vorträge!): Zu einer guten Rede gehören Charme, Pointen und ein verdammt guter erster Satz.

Nur ein neugieriges Publikum ist ein gutes Publikum! Nur, wer mehr hören will, folgt Ihren Worten, Ihren Ideen und Ihren Botschaften,” beschreibt es René Borbonus. Er bringt ein schönes Beispiel: Steve Jobs wählte 2007 die Worte „Heute erfindet Apple das Telefon neu” zum Einstieg die erste Präsentation des iPhones. Wumms, das hatte gesessen.  Aber das kann natürlich nicht jeder. Und das muss auch nicht jeder können. Aber es lohnt sich, einen sehr scharfen Blick auf den ersten Satz zu werfen. An ihm zu feilen, bis er glänzt. Ihn entweder polemisch zu machen (“Heute erfindet Apple das Telefon neu”) oder persönlich, denn auch das erzeugt Neugier und Empathie. Beispielsweise:

Meine Kondition ist zurzeit nicht die beste, aber wenn die Frühlingssonne lacht, nehme ich mir vor, wieder häufiger mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Allerdings möchte ich keinesfalls verschwitzt im Büro sitzen. Bin ich reif für ein E-Bike? Und was muss ich dabei versicherungstechnisch beachten?

Das wirkt ehrlicher und macht mich schon allein deshalb neugieriger. Außerdem sorgt eine solche Perspektive für mehr Interaktion zwischen Leser und Autor, denn man kann sich über eigene Erfahrungen austauschen (Hast Du schon mal einen guten Vortrag gehört, in dem der Redner nie “Ich” gesagt hat?).

Also: Bring ein Pointe, sei persönlich, lass die Adjektive im Keller und komm vor allem zum Punkt!

PS: Apropos Einfallslosigkeit beim ersten Satz. Auch deutsche Journalisten sind vorne dabei. Eine Handvoll Tumblr-Blogs zu diesem Thema hat die Süddeutsche gesammelt.


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Über den Autor

Sebastian ist Creative Director und kommt ursprünglich aus der Musikbranche, wo er sich sehr früh der Arbeit mit social networks gewidmet hat. Bevor er zu den Frischen Fischen stieß, hat der studierte Betriebswirt fünf Jahre für die Mobile Marketing Agentur Goyya Kampagnen konzipiert und betreut.


1 Kommentar



  • M Mossberg

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