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Gamification – Mit diesem Beitrag erreichen Sie Platz 18 auf der Highscoreliste


Unter dem Stichwort „Gamification“ läuft schon seit Jahren eine spannende Diskussion über den Sinn oder Unsinn der Integration von Spielmechanismen aus Videospielen in artfremde Themengebiete und Prozesse. Das Ziel dieser Methodik ist es durch Unterhaltung und Interaktion Nutzer zu gewinnen und an ein Unternehmen, Produkt, Feature oder Tool zu binden.

Der Benefit von Gamification für Unternehmen liegt darin, bestimmte Nutzerkennzahlen zu erhöhen. Sei es die Verweildauer auf der Seite, die Anzahl der Besuche oder das Teilen von Ergebnissen und Erlebnissen in sozialen Netzwerk. Der Nutzer wird motiviert, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Viele Unternehmen greifen dabei auf Belohnungssysteme zurück. Das können Badges sein, Token oder Münzen – Belohnungen aktivieren das Verhalten des Menschen, sich mit anderen messen zu wollen, einen bestimmten Rang oder Status zu erreichen und das mitzuteilen. Foursquare zum Beispiel nutzt seit dem Start 2009 gleich drei dieser Belohnungselemente wie Punkte, Auszeichnungen sowie Highscore-Listen. Klar ist, es muss Spaß machen und darf mit der Zeit nicht langweilig werden. Es muss immer neue Herausforderungen geben und der Nutzer soll sich nicht genötigt fühlen, ans solchen Aktionen teilzunehmen.

  • Mit der App “Runtastic” teilen Nutzer kleine und große sportliche Erfolge
  • Die eLearning-App duolingo erlaubt das Erreichen und Teilen verschiedenen Level bei gleichzeitiger Mitarbeit am Projekt “Wir übersetzen das Internet”
  • SaveUp feiert als spielerische Verwaltung der eigenen Finanzen gerade erste Erfolge in den USA

Kritisiert wird der Ansatz gern aus der ureigenen Branche. Gamedesigner wehren sich mitunter entschieden, dass ihre Techniken eingesetzt werden, um Menschen zu „manipulieren“. Andere finden, dass erwachsene Menschen wieder in den Status eines kleinen spielenden Kindes degradiert werden, wiederum andere bezweifeln, dass Gamification überhaupt etwas bewirkt.

Gamification und PR? 

Die Idee, Badges für Journalisten zu vergeben, die die meisten Artikel eines Kunden veröffentlicht haben, ist so absurd, dass wir vielleicht doch mal drüber nachdenken sollten :-) Aber im Ernst: Für die klassische PR ist das kein Thema. Aber im Bereich des Content Marketings (also dem Gesamtmix aus PR, Social Media und SEO) dürften spielerische Ansätze der Wissensvermittlung immer wichtiger werden. Die Menschen kaufen immer noch Rätselhefte ohne Ende und mancher schafft es, sich die komplette Zugfahrt von Oberammergau nach Lübeck mit Sudoku zu vertreiben. Das kann auch ein guter Ansatz sein, um Kunden spielerisch mit neuen Themen in Berührung zu bringen. Auch B2B!

Ausblick – Wohin geht denn nun die Reise?

Entgegen aller Unkenrufe, dass dieser Ansatz bald tot ist, entwickelt sich der Markt prächtig. Der US-Markt für Gamification zum Beispiel soll bis 2016 auf mehr als 2,8 Millarden US-Dollar ansteigen. Also doch kein totgesagter Trend für 2013. Besonders das Social Media Marketing wird sich mehr darauf konzentrieren „erwachsenes“ Gamification aufzusetzen. Abseits von Schnellschüssen und der Integration irgendeiner Spielmechanik bedarf es 2013 genauen strategischen Planungen und Konzepten. Optimierte und auf die Kunden angepasste Techniken werden zu einer höheren Qualität von Gamification führen. Belohnungssysteme unter anderem zur Feedbackgenerierung oder spielerische Tutorials sind auf dem Vormarsch und können sich durchsetzen, wenn sie gut durchdacht sind und den Nutzer abholen können. Einige gute Beispiele wie Nike+ oder die Schnitzeljagd zu Jay-Zs neuem Buch zeigen, wie gut es funktioniert. Aber nicht nur der B2C-Bereich wird von den Marketeern bearbeitet werden, auch im B2B-Bereich wird sich Gamification mehr und mehr durchsetzen. Erste Anfänge mit Belohnungssystemen für Powerseller gibt es ja bereits.

Wir dürfen also gespannt sein, welche Ergebnissen und neuen Erkenntnisse auf dem diesjährigen Gamification Summit in San Francisco vorgestellt werden.

Kleine Linkliste zum Einstieg ins Thema

Doris Schuppe über Gamification im PR-Blogger

Gamification Summit 2013

Gamification und Social Media Marketing

Beispiele gelungener Gamification-Umsetzung

Literaturtipp

Gamification by Design



Über den Autor

Simone sprang nach ihrem Studium der Soziologie ins kalte Nass und absolvierte bei den Fischen ein Volontariat. Weil Wasser ihr Element ist, blieb sie uns bis heute treu und setzt ihren Fokus dabei auf PR aus den Bereichen Tech und Gaming. Zusätzlich dazu wurde Social Media ihr zweites Steckenpferd.


1 Kommentar


  • Gibts echt Leute, die den Mehrwert von Gamification bestreiten? Ich finde das jedenfalls ein total spannender Bereich. Letztlich kann man den Konsumenten vorgaukeln, eine langweilige Tu00e4tigkeit wu00fcrde Spau00df machen. Also im besten Fall.u00a0 :)nnAnsonsten ist es nichts anderes als ein (in der Regel virtuelles) Belohnungssystem, das man vielfu00e4ltig nutzen kann. Ich weiu00df gar nicht mal, ob man das unbedingt Gamification nennen muss. Dann ist das Verteilen von Leckerlis, wenn mein Hund brav war, auch eine Art Gamification, oder? :)

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