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Quora et labora? (Wie) kann man das neue Hypeportal für die PR-Arbeit nutzen?

, 10.01.2011,

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Quora – das dürfte spätestens vergangene Woche auch hierzulande registriert worden sein – ist ein derzeit extrem angesagtes Webportal.

Auf den ersten Blick ist es dabei zunächst mal nur ein weiteres Frage-Antwort-Portal, auf dem angemeldete User Fragen stellen und beantworten können. Das kennt man auch in Deutschland bereits seit einiger Zeit. Wer-weiss-was.de, gutefrage.net oder die “Mitglieder fragen”-Applikation im Business-Netzwerk XING sind sehr rege frequentiert (von hilfreichem Expertenwissen aber meistens ziemlich weit entfernt…).

Auf den zweiten Blick wird sehr schnell deutlich, dass Quora in einer ganz anderen Liga spielt – und zwar sowohl technisch als auch inhaltlich. Immerhin stecken auch gut 14 Mio. Dollar Risikokapital in dem Start-Up aus Silicon Valley. Das hat nicht nur eine verdammt ausgeklügelte Technologie ermöglicht, sondern eben auch durch die entsprechende Manpower. Dadurch können die ziemlich strikten formellen und inhaltlichen Vorgaben an die Fragestellungen  kontrolliert und so die Qualität sehr hoch gehalten werden.

“Im Gegensatz zu herkömmlichen Social Networks wird hier der Social Graph mit einem Interest Graph verknüpft, sodass der User Inhalts-Empfehlungen aufgrund zweier Vektoren erhält, was die generelle Treffergenauigkeit dramatisch erhöht. In Zeiten überbordender Twitter-Timelines und nicht bewältigbarer Unread-Counts im Feedreader ist das Gold wert.”

stellt Thom Nagy in seinem Blog fest.

Ebenso wichtig für den Erfolg dürften die formellen Anforderungen an die Fragen sein. Bereits vor dem Stellen der ersten Frage wird man durch einen Multiple-Choice-Test in das Regelwerk der richtigen Fragestellung eingewiesen.

Diese kann man kurz zusammenfassen mit

„Stelle kurze und sehr präzise Fragen, die möglichst konkrete Antworten erlauben und vermeide Geschwafel und heißen Brei – hier geht um Fakten“

Die Qualität der Fragen und Antworten bei Quora ist bisher sehr hoch und erreicht dadurch eben auch wieder eine sehr interessante Zielgruppe. Beste Vorrausetzung also für eine Monetarisierung des Portals durch Mitgliedsbeiträge oder Werbung – und durchaus auch zur Nutzung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit!

Wie funktioniert Quora und (wie) kann man es zur für PR-Zwecke nutzen?

Quora nutzen ist so simpel wie nur irgendwas. Man meldet sich an (derzeit nur auf Einladung), stellt sich in einem Nutzer-Profil vor und kann sich gegebenenfalls direkt mit Kontakten aus anderen Netzwerken (Facebook/Twitter) verknüpfen.

Ab dann heißt es Fragen stellen und beantworten, Antworten bewerten und kommentieren und natürlich Kontakte knüpfen zu anderen Nutzern.

Besonders für Experten (übrigens nicht unbedingt Social Media Experten, denn die sind in der Regel erstens eher Allrounder als Experten und zweitens bereits in riesiger Zahl vertreten) stellt Quora eine reelle Chance dar, sich bekannter zu machen und öffentlichkeitswirksam Kompetenz zu demonstrieren.

Antworten geben, Antworten bewerten, FAQ erstellen, Bilder posten

Wer sich z.B. als Ingenieur auf den Bereich Solarenergie spezialisiert hat, der wird dies dort beweisen können, in dem er offene Fragen zu Bauteilen, Lieferanten oder Marktsituation beantwortet. Er beweist somit nicht nur potentiellen Kunden seine fachliche (und soziale) Kompetenz, er wird auch von Journalisten gefunden, die an Artikeln über das entsprechende Thema schreiben und Hintergrundinfos und Experten-Statements suchen. Und das mit steigender Bedeutung von Quora sicherlich auch bei externen Suchen über Google. Wenn das Niveau von Quora so hoch bleibt, dann wird es garantiert zu einer sehr beliebten und wichtigen Recherchequelle für Blogger und Journalisten.

Spannend ist dies – auch weil Fragen derzeit nur auf Englisch gepostet werden dürfen – für deutsche Unternehmen derzeit vor allem dann, wenn sie global ausgerichtet sind und echte Experten an Bord haben. Aus unserem Kundenstamm fallen mir auf Anhieb ein halbes Dutzend ein, die nicht nur Antworten auf einzelne Fragen geben können, sondern auch absolut in der Lage sind, an FAQ zu einzelnen Themenbereichen mitzuwirken oder bei umfassenden Antworten eine “Best of” zusammenzustellen. Funktionen, die es dem Suchenden (Ob Kunde, Bewerber oder Journalist) noch leichter machen, an die richtige Antwort zu kommen und Quora zu einem ernst zu nehmenden PR-Instrument machen.

Klasse ist auch, dass man die Antworten bei Quora editieren kann und vor allem Bilder anhängen kann. Das bringt nicht nur spannende Ergebnisse zutage, sondern kann ebenfalls wieder für PR Zwecke genutzt werden, zum Beispiel bei der Ergänzung von Antworten mit gebrandeten Schaubildern. Wie in allen Social Media Netzwerken gilt aber auch hier: Sei hilfreich, sei freundlich, sei bescheiden. Reine Werbepostings werden garantiert mit dem Label “not helpful” versehen. Eine Funktion, die ich mir übrigens auf XING schon mehr als einmal gewünscht habe 🙂

Interessant dürfte Quora übrigens auch für all jene sein, die meinen, nicht genug Zeit (und Lust) zu haben, sich dauerhaft in sozialen Netzwerken zu bewegen. Quora sollte man auch mit relativ wenig Zeitaufwand gut nutzen können.

Mein Profil bei Quora ist hier zu finden. Ich bin selber noch Frischling dort und weiter sehr neugierig. Wie oben angedeutet, sehe ich mich allerdings eher als Allrounder denn als Experte. Und schon gar nicht als Social Media Experte. Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema. Wie sind Eure bisherighen Eindrücke und Erfahrungen?


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Über den Autor

Sebastian ist Creative Director und kommt ursprünglich aus der Musikbranche, wo er sich sehr früh der Arbeit mit social networks gewidmet hat. Bevor er zu den Frischen Fischen stieß, hat der studierte Betriebswirt fünf Jahre für die Mobile Marketing Agentur Goyya Kampagnen konzipiert und betreut.


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