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Revenge of the Nerds: Krisen-PR beginnt in der Schule

, 22.03.2011,

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Den Begriff „Nerd“ gab es in meiner Jugend nicht. Damals hießen diejenigen, die in ihrer Freizeit Integralrechnungen durchführten, noch schlichtweg Streber. An meiner Schule auch kurzzeitig Gipsis („Gut in Physik, scheiße in Sport“). Wann genau sich der Begriff auch in Deutschland eingebürgert hat, ist schwer nachzuvollziehen.

1984 jedenfalls konnte man mit dem Begriff hierzulande jedenfalls noch so wenig anfangen, dass der Kultstreifen „Revenge of the Nerds“ jämmerlich mit „Die Rache der Eierköpfe“ übersetzt wurde. Der Film hat damals bei einem minimalen Budget über 60 Millionen eingespielt. Nicht nur – aber auch – eine Menge selbsternannter Nerds waren begeistert vom Rachefeldzug der Mathegenies gegen die Footballjungs, von denen sie vorher schikaniert wurden.

Typischer College-Humor eben! Unter der Gürtellinie aber immer harmlos und eindeutig P12. Erst recht mutet der Rachefeldzug im Film harmlos an, wenn man überlegt, dass es Menschen gibt, die steif und fest behaupten, mindestens 5% aller erfolgreichen Hacker-Angriffe auf kleine und mittelständische Unternehmen in den USA seien Rachefeldzüge gegen ehemalige Mitschüler.

All ihr zukünftigen Start-Up Unternehmer – aus welch noch so gut vernetzter BWL-Welt – tut also gut daran, Euch immer gut mit den Jungs aus der AG Astrophysik zu stellen, denn

  • Ihr braucht ihre kostenlose Hilfe beim Aufbau Eures ersten Webportals
  • Ihr braucht ihre Reputation im Social Web
  • Ihr wollt nicht, dass sie Euch später alle Kundendaten hacken, nur weil ihr sie in der 8. Klasse dazu gezwungen habt, ohne Badehose auf den fünf Meter Turm zu klettern

Woher der Begriff Nerd nun wirklich stammt ist nach wie vor nicht geklärt. Aber was für ein Nerd muss man auch sein, diese Frage zum Thema einer wissenschaftlichen Abhandlung zu machen?


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Über den Autor

Sebastian ist Creative Director und kommt ursprünglich aus der Musikbranche, wo er sich sehr früh der Arbeit mit social networks gewidmet hat. Bevor er zu den Frischen Fischen stieß, hat der studierte Betriebswirt fünf Jahre für die Mobile Marketing Agentur Goyya Kampagnen konzipiert und betreut.


1 Kommentar



  • Steffi

    Wie schade dass es keine Abkürzung für “Gut in Deutsch, scheiße in Physik und Sport” gegeben hat zu meiner Zeit. Ist ja auch schwer abzukürzen. Hm.

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