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Twitter-Hashtags: Wozu nutzt man sie und wozu besser nicht!

, 17.01.2011,

Immer wieder werde ich von Twitter-Neulingen gefragt, was es mit den Hashtags bei Twitter auf sich hat. Daher hier ein paar einführende Erklärungen und Gedanken.

Was sind Twitter-Hashtags?

Hashtags erlauben die semantische Verschlagwortung von Tweets durch Markieren bestimmter Worte oder Kürzel, denen das Doppelkreuz “#” vorangestellt wird und ein Leerzeichen folgt (z.B. #Hashtag ).

Während bei anderen Tag-Systemen (z.B. Blogs, Quora, flickr, youtube) die Kategorie des Inhalts gesondert zugeordnet wird, wird diese bei Twitter also durch Hashtags direkt in die Nachricht integriert.

Hashtags als “Hyperlink” – Semantische Verschlagwortung zur kollektiven Nutzung

Hashtags sind verlinkt (= ich sehe durch Anklicken alle Tweets mit dem selben Hashtag), können ausgelesen werden und erlauben so themenbezogene Feeds oder Darstellungen auf externen Angeboten.

So finden sich zum Beispiel auf unserer Agentur-Website nicht alle Tweets der Fische-Mitarbeiter sondern nur die mit einem Hashtag gekennzeichneten. SuperRTL zeigt Tweets mit dem Hashtag #glee auf der Videotext-Seite 777, um den Start der gleichnamigen Serie zu promoten und diverse Veranstaltungen bieten Besuchern die Möglichkeit, durch Senden bestimmter Tweets Kommentare oder Fragen per Twitter zu stellen, die dann auf einer so genannten Twitwall angezeigt werden.

Ein wahrscheinlich eher bei Singles angesiedeltes Phänomen ist der kollektive Fernsehabend, bei dem Zehn- ja manchmal Hunderttausende Twitterer sich beim Sehen von #Tatort, #Annewill oder Schlag den Raab (#SDR) gleichzeitig via Twitter über die Sendung unterhalten. Gerne übrigens in Verbindung mit dem Hashtag #fail (global gültig für die Kennzeichnung von Tweets, in denen man über (subjektive oder objektive) Fehler von Unternehmen oder Einzelpersonen lästert).

Die Hashtags #fcsp oder #btsv stehen übrigens für FC St Pauli und Eintracht Braunschweig. Echte Fans haben für ihren Verein garantiert eine eigene Suche eingerichtet…

Ein meiner Lieblingsideen zur externen Darstellung war und ist Twitterfountain, eine Lösung, bei der Tweets und Flickr-Bilder mit bestimmten Tags zu einer Art Slideshow verschmelzen. Leider wurde das Projekt der Würzburger Studenten nie ganz vollendet.  Außerdem träume ich ganz persönlich von Monitoren in allen Dresdner Ämtern, auf denen alle Tweets mit einem bestimmten Hashtag angezeigt werden.

> Bei oben genannten Beispielen steht also die Idee im Vordergrund, dass der Tweet zugeordnet und gefunden werden kann.

Hashtags als Sprachmittel – Nutzung in einzelnen Tweets

Eine weitere beliebte und auch allgemein akzeptierte Nutzungsart ist die humorvolle Erweiterung von Tweets in Form von Kommentaren oder Kunstworten. Dies soll helfen, Gedanken auf 140 Zeichen zu reduzieren, die Aussage zu verstärken oder ironische Wendungen zu erzielen. Dazu hängt man dann zum Beispiel an seine Tweets #sachengibts oder #verrückt an oder erfindet eigene Schlagworte wie #Busgespräche, um ein gehörtes Zitat im richtigen Kontext zu twittern..

> Bei diesen Beispiel geht es nicht darum, dass der Tweet gefunden oder extern angezeigt wird. Der Hashtag hat rein erklärenden oder unterhaltenden Charakter!

Der sinnfreie Hashtag

Oft werden Hashtags aber auch ziemlich sinnfrei und ohne Zielstellung eingebaut. Im Beispiel unten macht weder der Hashtag #Willkommen, noch der Hashtag #Kollegen wirklich Sinn. Sie erklären nicht den Inhalt, noch ordnen sie den Tweet einer bestimmten Kategorie zu. Solche Hashtags sollte man tunlichst vermeiden!

Hashtags sind ein sehr wertvolles Instrument. Entsprechend sorgfältig sollte man damit umgehen. Semantische Hashtags erlauben es, Twitterer mit den selben Interessen zu finden, Trends zu erkennen, Twitwalls zu erstellen oder Follower zu gewinnen. Hashtags als Sprachmittel ins geeignet, die 140 Zeichen optimal auszunutzen. Sinnfreie Hashtags dagegen stören und wirken unprofessionell.



Über den Autor

Sebastian ist Creative Director und kommt ursprünglich aus der Musikbranche, wo er sich sehr früh der Arbeit mit social networks gewidmet hat. Bevor er zu den Frischen Fischen stieß, hat der studierte Betriebswirt fünf Jahre für die Mobile Marketing Agentur Goyya Kampagnen konzipiert und betreut.


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