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Nicht witzig! Warum Facebook das Lach-Emoji optional machen sollte


Kränkungen haben eine enorme zerstörerische Kraft. Es ist sehr schwer, sie zu ertragen. Nicht nur, wenn sie einen selber betreffen. Auch das Erleben, wie andere Menschen beleidigt, diffamiert oder ausgelacht werden, ist für die Psyche – nicht nur sensibler Menschen – schwer zu auszuhalten.

Zu den perfiden Formen der Kränkung gehört verächtlicher Hohn und bösartiges Auslachen. Ein ungewolltes Instrument des modernen Hohns feiert in diesem Frühjahr sein 5-jähriges Jubiläum: Das Lach-Emoji als Facebook-Reaktion. Eigentlich als Fun-Faktor geplant, ist das Lach-Emoji mittlerweile auch ein Instrument von Internet-Trollen geworden, die es regelmäßig als Reaktion auf Postings über Hunger, Krankheit, Tod und Katastrophen benutzen. Mit nur der einen Intention: Andere zu kränken. Vor einer ganzen Weile schrieb @JWVG: „Ein gutgesinntes, zur Liebe und Teilnahme geeignetes Kind weiß dem Hohn und dem bösen Willen wenig entgegenzusetzen.” So sieht es leider aus.

Darum habe ich heute bei Facebook über das Formular für Verbesserungsvorschläge die Empfehlung eingereicht, die Autor:innen eines Posts künftig selbstständig entscheiden zu lassen, ob sie das „Wut“- und das „Lach”-Smiley als Reaktion auf ihre Postings zulassen oder nicht.

Eine solche Funktion würde nicht nur den Autor:innen (und allen Abonnent:innen) die Kränkung durch eine in Millisekunden durchgeführte Handlung ersparen, sondern würde auch die Arbeit der Admins erleichtern, die sich die Mühe machen, entsprechende Störer:innen zu blockieren.

So berichtet zum Beispiel Thomas Wolf vom Online-Magazin „diesachsen.de”, dass sein Team teilweise bis in die Nacht daran sitzt, auf kritische Kommentare zu reagieren oder solche unterhalb der Gürtellinie zu löschen. Das war schon vor Corona bei Themen wie Pegida oder AfD so, hat seit der Pandemie aber ein ganz neues Level erreicht. Für ihn ist klar: „Wer sich über den Tod anderer Menschen durch ein Lach-Emoji lustig macht, gehört sofort gesperrt und gemeldet.”

Eine optionale Auswahl durch Admins böte aber natürlich auch die Möglichkeit, das Lach-Emoji dann zur Verfügung zu stellen, wenn der Inhalt wirklich witzig gemeint ist. (Ich benutze ihn selber gern und oft.)

Rein technisch wäre eine eine redaktionelle Auswahl der angebotenen Reaktions-Emojis kein Hexenwerk, in der Wirkung aber Balsam für die Seele aller empathischen Facebook-Nutzer:innen. Auch wenn es natürlich nur ein sehr, sehr kleiner Schritt gegen Hass und Kränkung in sozialen Medien wäre, aber immerhin.

 



Über den Autor

Sebastian ist Creative Director und kommt ursprünglich aus der Musikbranche, wo er sich sehr früh der Arbeit mit social networks gewidmet hat. Bevor er zu den Frischen Fischen stieß, hat der studierte Betriebswirt fünf Jahre für die Mobile Marketing Agentur Goyya Kampagnen konzipiert und betreut.


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